calvin bio: lebenslauf

Johannes Calvin

Johannes Calvin, französischer Humanist und engagierter Verfechter des reformatorischen Gedankengutes, verwandelte als Flüchtling in Genf die damalige Provinzstadt in ein intellektuelles Zentrum Europas, dessen politische und kirchliche Institutionen in den folgenden Jahrhunderten zu Modellen für die demokratische Entwicklung moderner Gesellschaften werden sollten. Während Jahren zog seine Anwesenheit in Genf renommierte Gelehrte, qualifizierte Handwerker, aber auch einfache Familien an, die vor Verfolgung flüchteten. Damit hat Calvin wesentlich zur wirtschaftlichen Dynamik dieser Region beigetragen: die Entwicklung der Uhrenindustrie und das Bankgewerbe zeugen bis heute davon. Gleichzeitig ist es ihm gelungen, in Genf einen Ort der Zuflucht zu schaffen, wo eine gewisse Offenheit und Grosszügigkeit in die lokale Mentalität Eingang fand.

Als Jurist und Theologe hat Calvin die Reorganisation der politischen und sozialen Institutionen in hohem Masse mitgeprägt: er setzte sich für ein gerechtes Verhältnis zwischen Kirche und Staat ein, verlieh dem Rechtssystem durch seine Überlegungen zum Gesetz eine solide ethische Basis und sorgte mit der Erneuerung des Wohlfahrtswesens dafür, dass die Sorge um die Armen im Leben der Stadt wieder ihren gebührenden Platz erhielt. Die Krönung seiner Tätigkeiten war vermutlich die Einrichtung des „Collège“ und der „Académie“. Die Qualität des dort angebotenen Unterrichts, der unterschiedslos allen offen stand, förderte die modellhafte Ausstrahlung einer dynamischen und weltoffenen Gesellschaft, die neuen Entwicklungen positiv gegenüber stand.

Schliesslich verdankt auch die frankophone Welt Calvin einiges: als gewandter Latinist, gefürchteter Polemiker und Theologe von Format trug er entscheidend dazu bei, dass das Französische sich zu einer gelehrten Sprache entwickelte, in der sich Ideen ausdrücken und weiter vermitteln liessen.

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